Totale Mondfinsternis und Mars in Erdnähe am 27. Juli 2018

Wann:
27. Juli 2018 @ 21:00 – 23:45
2018-07-27T21:00:00+02:00
2018-07-27T23:45:00+02:00
Wo:
Wanderweg am Bornkamp
Kosten:
Kostenlos

In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 2018 (Freitag auf Sonnabend) durchläuft der Vollmond den Kernschatten der Erde. Es kommt zu einer totalen Mondfinsternis, die von Lübeck aus sichtbar sein wird. Gleichzeitig befindet sich der Mars in Erdnähe und strahlt neben dem verfinsterten Mond. Beobachten Sie die Finsternis gemeinsam mit dem Team der Sternwarte Lübeck vom Wanderweg am Bornkamp aus.

Im Überblick

Rein zufällig finden am Freitagabend des 27. Juli 2018 zwei Himmelsereignisse zur gleichen Zeit statt: Mars, der rote Planet, steht in Erdnähe und der Mond taucht in den Schatten der Erde ein. Zudem sind Mond und Mars nicht weit voneinander entfernt. Wer den einen sehen will, findet daher auch den anderen. Das Schauspiel startet mit Beginn der Dunkelheit am späten Abend. Die Mondfinsternis endet kurz nach Mitternacht, Mars hingegen ist die ganze Nacht lang zu sehen.

Mars in Erdnähe

Der rote Planet ist weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Während unser Heimatplanet das Zentralgestirn einmal pro Jahr umrundet, braucht Mars dafür knapp zwei Jahre. Zudem schwankt der Abstand von Mars zur Sonne erheblich: in seinem sonnenfernsten Punkt ist er rund 250 Millionen Kilometer entfernt, im sonnennächsten nur etwas mehr als 200 Millionen Kilometer. Für unser „Raumschiff Erde“ bedeutet das: nur dann, wenn Mars der Sonne nahe steht und ihn die Erde auf der Innenbahn überholt, glänzt er besonders hell am Himmel und wird vergleichsweise groß. Dieses Ereignis tritt im Durchschnitt nur alle 15 Jahre ein; nach 2003 ist es am 27. Juli 2018 wieder einmal so weit: Mars steht in Erdnähe, er ist dann 58 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Totale Mondfinsternis

Eine Mondfinsternis findet nur bei Vollmond statt, denn dann steht der Mond der Sonne genau gegenüber und kann in den Schatten der Erde eintauchen. Doch das ist nicht bei jedem Vollmond der Fall, da die Mondbahn um Einiges gegenüber der Erdbahn geneigt ist. Meist zieht der Vollmond daher weit am Schatten der Erde vorbei. Nur dann, wenn sich die Mondbahn mit der Erdbahn kreuzt und gleichzeitig Vollmond ist, sehen wir den Mond verfinstert. Die Mondfinsternis am 27. Juli ist total und besonders lang: der Mond taucht für eine Stunde und 44 Minuten vollständig in den Erdschatten ein.

Zeiten der Phasen der totalen Mondfinsternis vom 27. Juli 2018
EreignisZeit (MESZ)Höhe über Horizont
Eintritt in den Halbschatten19:13unterm Horizont
Eintritt in den Kernschatten20:24unterm Horizont
Mondaufgang21:14
Sonnenuntergang21:23
Beginn der Totalität21:30
Mitte der Finsternis22:22
Ende der Totalität23:1411°
Austritt aus dem Kernschatten00:1915°
Austritt aus dem Halbschatten01:3017°
Das Himmelsschauspiel

Ende Juli wird es erst spät dunkel. In Lübeck geht die Sonne am 27. Juli erst um 21:23 MESZ unter. Mond und Mars sind nicht weit voneinander entfernt, der Mond steht etwas höher. Beiden kann man beim Aufgang in Südostrichtung zusehen. Der Mond ist dann bereits vollständig verfinstert und am Dämmerungshimmel kaum zu erkennen. Vielleicht bietet sich ein ähnliches Bild wie bei einer früheren Finsternis, jedoch näher am Horizont: Nur noch ein schmales Stück Mond ist sichtbar,  während sich der Rest im Kernschatten der Erde befindet.

2003-15-16 Mondfinsternis

Mars folgt eine Stunde später, er leuchtet sehr hell mit rötlichem Licht. Zum Höhepunkt der Mondfinsternis um 22:22 Uhr stehen sowohl Mond als auch Mars noch tief über dem Südosthorizont. Am Ende der Finsternis um 23:14 Uhr sieht es besser aus: dann stehen die Himmelskörper deutlich höher, es ist richtig dunkel und man wird sich an ihrem rötlichen Leuchten erfreuen. Man kann das Schauspiel bis nach Mitternacht verfolgen und dem Mond beim Verlassen des Erdschattens zusehen.

Eine freie Horizontsicht nach Süd-Osten ist also unbedingt erforderlich, um die Mondfinsternis erkennen zu können.

Wir bauen daher unsere Teleskope am Wanderweg am Bornkamp auf und laden Sie herzlich ein, gemeinsam mit uns die Mondfinsternis zu beobachten. Wir werden gegen 21:00 Uhr MESZ vor Ort sein und freuen uns auf Ihren Besuch.

So erreichen Sie den Beobachtungsplatz:
  • Mit der Buslinie 2 „Bornkamp“: Von der Endhaltestelle gelangen Sie über die „Kadetrinne“ und den „Poelring“, dann weiter über einen Stichweg auf den Wanderweg.
  • Mit der Bahn: Vom Bahnhaltepunkt „Hochschulstadtteil“ ist unser Beobachtungsplatz in einer viertel Stunde zu Fuß erreichbar.
  • Mit dem Fahrrad: Vom Hochschulstadtteil überqueren Sie die Bundesstraße 207 auf der „La-Rochelle-Brücke“ und gelangen bald an mehreren Stellen auf den Wanderweg.
  • Mit dem PKW: Parkmöglichkeiten sind in den Wohnringen vorhanden.

Um 00:19 MESZ verlässt der Mond den Kernschatten der Erde, die partielle Phase der Finsternis vorbei. Der Mond durchläuft dann noch den Halbschatten der Erde, was jedoch eher unscheinbar ist.

ISS kommt zu Besuch

Als Zugabe können Sie um 22:30 Uhr die internationale Raumstation ISS beobachten, wenn sie hoch am Südhimmel von West nach Ost über das Firmament zieht. Die ISS durchquert dabei das Sommerdreieck, eine Sternkonstellation, die sich aus den hellsten Sternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler zusammensetzt. Zurzeit befinden sich sechs Menschen an Bord der Raumstation, darunter der deutsche Astronaut Alexander Gerst („Astro-Alex“ bei Twitter).

Eine Mondfinsternis ist grundsätzlich überall auf der Welt sichtbar, wo der Mond gerade über dem Horizont steht. In diesem Fall sind das Europa, das westliche Asien, Afrika, Indien, der indische Ozean und die Antarktis.

Die Mondfinsternis kann völlig gefahrlos mit bloßem Auge oder einem Feldstecher beobachtet werden. Besondere Schutzfilter sind nicht erforderlich.

Die nächste von Lübeck aus sichtbare Mondfinsternis findet am Montag, 21. Januar 2019, in den frühen Morgenstunden statt.

7 Gedanken zu „Totale Mondfinsternis und Mars in Erdnähe am 27. Juli 2018

    1. Hallo Frau Deegen,

      wir haben uns bei der Wahl unseres Beobachtungsplatzes auch das Brodtener Ufer angeschaut. Der Mond geht dort allerdings so weit im Südosten auf, dass er komplett vom Wald Richtung Travemünde verdeckt sein wird. Von daher kann man die Mofi von dort aus leider nicht sehen.

      Vom Möwenstein in Travemünde könnte eine Beobachtung klappen.

      Wir hoffen, dass Sie einen geeigneten Platz mit guter Horizontsicht finden und wünschen Ihnen viel Spaß bei der Beobachtung.

      Ihr Team von der Sternwarte Lübeck

      1. … oh, vielen Dank für die schnelle Antwort, liebes Team der Sternwarte.
        Wie sieht es denn in Haffkrug aus?
        Es wäre doch so schön am Meer…
        Auch wenn die Teleskope der Sternwarte schon auch sehr verlockend sind.

        1. In Haffkrug guckt man in Richtung Süd-Osten über so viel Wasser, dass die Bäume am entfernten Horizont nicht stören dürften. Also: Ja, von Haffkrug aus müsste die Beobachtung gelingen. Der Mond geht von dort aus gesehen über in Richtung Niendorf/Travemünde auf. Auch nördlich von Haffkrug hat man an der Küste gute Chancen.

          Ihr Team von der Sternwarte Lübeck

  1. Ich wollte Euch noch einmal danken. Einerseits für diese tolle und umfassende Information über das „astronomische Superspektakel“, vor allem aber für die Organisation der Beobachtung am Wanderweg. Eure Mitglieder haben nicht nur die Teleskope bereitgestellt und auf die Hotspots gerichtet, sondern auch geduldig alle unseren vielleicht echt naiven Fragen beantwortet.
    Viele Grüße
    Anja

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