Weltbild im Wandel – Religion, Reformation und Astronomie

Wann:
26. Januar 2018 @ 19:30 – 20:30
2018-01-26T19:30:00+01:00
2018-01-26T20:30:00+01:00
Wo:
VHS Lübeck
Hüxstraße 118
23552 Lübeck
Deutschland
Kosten:
Erwachsene: 5,00 Euro - Kinder: 3,00 Euro

Mit Prof. Dr. Gudrun Wolfschmidt, Hamburger Sternwarte

Copernicus markiert einen entscheidenden Wendepunkt in unserer Vorstellung von der Welt. In seinem Werk „De Revolutionibus Orbium Coelestium“ beschrieb er 1543 erstmals das heliozentrische Weltbild des Sonnensystems, nach dem sich die Erde um die eigene Achse dreht und sich zudem um die Sonne bewegt.

Die Antike und das Mittelalter dagegen hatten die Erde im Zentrum des Universums gesehen. Der Wandel des Weltbildes, der Übergang von der geozentrischen Vorstellung der Antike (Aristoteles und Ptolemaios) und des Mittelalters bis zur Rezeption der heliozentrischen Weltsicht, dauerte sehr lange.

Tycho Brahe überwand die aristotelischen Vorstellungen; einen interessanten Kompromiss stellte sein Tychonisches Weltbild dar, das von der Kirche favorisiert wurde. Galileo Galilei engagierte sich für das Copernicanische Weltbild, doch den wirklichen Bruch mit den Vorstellungen der Antike vollzog erst Johannes Kepler mit seiner „Neuen Astronomie“ im Jahr 1609. Eine physikalische Grundlage für die Bewegung der Planeten um die Sonne – als Gravitationszentrum – schuf erst Isaac Newton 1687: Er entdeckte, dass es die Schwerkraft ist, die einen Apfel zu Boden fallen lässt und die Himmelskörper auf ihren Bahnen hält.

Damit konnte sich die heliozentrische Idee im 18. Jahrhundert durchsetzen und die Copernicanische Revolution war abgeschlossen. Erst im 19. Jahrhundert gelang der praktische Nachweis der zweifachen Bewegung der Erde (Rotation und Bahnumlauf). Im modernen Weltbild des 20. Jahrhunderts wurde der Mensch weiter vom Zentrum entfernt und an den Rand der Milchstraße gedrängt – einer Milchstraße, die nur eine von unzähligen Welteninseln im Kosmos ist.

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