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Karower Meiler – Der ist eine Reise wert!

Der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide gehört zu den Naturparks der Mecklenburgischen Seenplatte. Er gilt als dunkelster Naturpark Deutschlands. Dort kann man fernab der Lichtglocken großer Städte an neun mit bequemen Liegemöglichkeiten ausgestatteten Sternen-beobachtungsplätzen den Sternenhimmel beobachten.

Zentrale Anlaufstelle für Naturliebhaber und Gäste des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide ist das Kultur- und Informationszentrum Karower Meiler. Die ausgefallene Form des im Jahre 2000 eröffneten Gebäudes soll an einen Meiler der früher dort ansässigen Köhler erinnern.

Neben einer ständigen Ausstellung zur Entwicklung der dortigen Seenlandschaft seit der letzten Kaltzeit (115.000 bis 11.700 v. u. Z.) werden jährlich einige Sonderausstellungen zu Themen von Natur und Landschaft gezeigt. Diverse Vorträge ergänzen das Jahres-Programm. In den Monaten Dezember und Januar ist der Karower Meiler geschlossen.

Apropos Vorträge: Dankenswerterweise erhielt ich eine Einladung dort am 22. November einen Vortrag zu halten. Es war der Vortrag, den ich im November 2022 im Rahmen unseres ASL-Vortragprogramms gehalten hatte.

Es wurde eine sehr nette Veranstaltung. 24 Zuhörer hatten sich eingefunden. Vor Beginn des Vortrags gab’s Gelegenheit sich mit Getränken (u. a. Rotwein) zu versorgen. Eingenickt, soweit ich es erkennen konnte, ist in den folgenden 90 Minuten aber niemand.

Bild 01: Gleich geht’s los! Hat jeder sein Getränk?

Da ich anschließend gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könne, einen weiteren Vortrag am Karower Meiler zu halten, vermute ich, dass dieser ganz gut angekommen ist. Schau’n mer mal.

Von Lübeck aus sind es ca. 160 km bzw. knapp 2 Stunden Fahrzeit. Eine Reise wert (auch eine zweite) ist der Karower Meiler und der umgebende Naturpark allemale.

Bildnachweis: Privatfotos R. u. K. Ammann

Karower Meiler – Wo ist das denn?

Einige Kilometer südöstlich vom uns wohlbekannten Lohmen liegt der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide – das größte zusammenhängende Waldgebiet in Mecklenburg-Vorpommern. Neben einer Vielzahl von heimischen Wildtieren lässt sich in diesem dünn besiedelten Landstrich auch wunderbar der Sternenhimmel beobachten, denn der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide gehört zu den Regionen mit der geringsten Lichtverschmutzung in Deutschland. Damit das auch zukünftig so bleibt, hat sich der Naturpark zur Aufgabe gemacht, das Naturgut „Dunkelheit“ für Tiere, Pflanzen und den Menschen zu schützen. Denn nicht nur Luft, Boden und Wasser sind wichtige Schutzgüter sondern auch der nächtliche Sternenhimmel. Ziel der Naturpark-Verwaltung ist es, die Region als „Sternenpark“ durch die International Dark-Sky Association (IDA) zertifizieren zu lassen. Deshalb wird z. B. mit den im Naturpark liegenden Gemeinden daran gearbeitet, die öffentliche Beleuchtung Sternenpark-konform umzustellen.

Diese Bestrebungen verdienen es allemal unterstützt zu werden und als mir unser Vereinsmitglied Ralf Biegel berichtete, dass die Naturparkverwaltung auf der Suche ist nach Vorträgen zu astronomischen und verwandten Themen für ihr Kultur- und Informationszentrum Karower Meiler, habe ich dorthin Kontakt aufgenommen.

Das Ergebnis ist wie folgt: Ich werde den im letzten November an der Sternwarte gehaltenen Vortrag ziemlich genau ein Jahr später am Karower Meiler erneut halten. Der Vortrag wird dort wie folgt angekündigt:

Damit hat sich auch die Frage aus der Überschrift geklärt: Das Kultur- und Informationszentrum “Karower Meiler” befindet sich in 19395 Plau am See Ortsteil Karow.

Bildnachweis: Tourismusverein Wälder, Seen und mehr – Goldberg Mildenitz

Kooperation mit dem Johanneum zu Lübeck

Astronomie-AG im Schuljahr 2019/20

Allgemeines

Die Kooperation mit dem Lübecker Gymnasium Johanneum startete am Ende des Schuljahrs 2016/17 mit einem Pilotprojekt. In den drei folgenden Schuljahren hat der ASL an der Schule jeweils eine Astronomie-AG veranstaltet. In den Ausgaben 100, 101 und 103 der Vereinszeitschrift POLARIS wurde über den aktuellen Stand der Kooperation mit dem Johanneum berichtet. In diesem Beitrag wird die Astronomie-AG im aktuellen Schuljahr 2019/20 beleuchtet.

Planung

Bei der Planung taten wir uns zunächst schwer, da die Zahl der teilnehmenden Schüler im Laufe des zweiten Halbjahrs 2018/19 deutlich rückläufig war und wir uns die Frage stellen mussten, ob der Aufwand für eine weitere Astro-AG zu rechtfertigen wäre. Nach einem Gespräch mit dem zuständigen Physiklehrer der Schule entschieden wir uns dafür, eine weitere AG durchzuführen, allerdings bei stark geändertem Format . Die Zahl der Veranstaltungen wurde von bisher durchschnittlich 18 auf 3 pro Schuljahr drastisch reduziert. Dafür wurde die Dauer der Veranstaltungen von 1,5 auf 3 Stunden pro Abend verdoppelt und es wurden sowohl Theorie als auch Praxis an einem Abend angeboten. Zwischen Theorie- und Praxis-Teil wurde ein Imbiss in der Schulküche angesetzt. Als Wochentag wurde Sonntag gewählt – außer in der Adventszeit, dort sind wir beim bisherigen Montag geblieben.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über unser Programm.

Durchführung

Das Wetter hat leider nur einmal zugelassen, dass wir mit den Schülern auf die Beobachtungsplattform gestiegen sind. Dort war inzwischen die Säule zur Montierung des Schulteleskops (C14) angebracht worden, was den Aufbau der Ausrüstung vereinfachte. Den Höhepunkt dieses Abends bildete das von Torsten angeleitete Fotografieren des Mondes mit den Handys der Schüler (s. Abb. 1 bis 3).

Abb. 1: Auf der Beobachtungsplattform mit dem schuleigenen C14
Abb. 2: Jeder Schüler mit Handy kommt dran
Abb. 3: Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Die beiden anderen Praxis-Veranstaltungen wurden dann gezwungenermaßen zu Trockenübungen. Da traf es sich gut, dass Malin Moll an einem dieser Abende über ihr Praktikum an der Heidelberger Sternwarte berichten konnte.

In einer der Theorie-Veranstaltungen wurden 6 Schüler in Elementarteilchen verwandelt. Als solche spielten sie die sich in der Sonne abspielende Proton-Proton-Reaktion nach. Abb. 4 zeigt die verwendeten Kostüme.

Abb. 4: Ausstattung für Protonen- und Neutronen-Darsteller

Die zwischen Theorie und Praxis eingeschobenen Imbisse in der Schulküche wurden von den beteiligten Lehrern vorbildlich organisiert. Sie fielen der Jahreszeit entsprechend adventlich aus. Es gab Kakao, Kinderpunsch, Lebkuchen, mitgebrachten Kuchen und andere Knabbersachen (s. Abb. 5).

Abb. 5: Imbiss in der Schulküche

Fazit und Ausblick

Das neu gewählte Format erwies sich als ausgesprochen erfolgreich. Im Vergleich zum Vorjahr schnellten die Teilnehmerzahlen geradezu in die Höhe (s. Abb. 6).

Abb. 6: Volles Haus – Die Teilnehmer am letzten Tag der Astro-AG

So waren beim letzten Astro-AG-Abend 21 Personen anwesend. Nach dem Motto: Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist, war die Astro-AG des Schuljahrs 2019/20 die auf absehbare Zeit letzte derartige Veranstaltung. Die über mehr als 3 Schuljahre gehende Kooperation mit dem Johanneum mit insgesamt ca. 40 Veranstaltungen hat beiden Seiten sowohl viel Spaß bereitet als auch diverse neue Erkenntnisse gebracht. Astrobegeisterte Schüler dürfen uns zukünftig gerne in der neuen Sternwarte besuchen – und ihre Lehrer natürlich auch.