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Astronomische Highlights im Oktober 2022

Mond & Planeten

Auch im Oktober zieht der Mond seine Bahnen durch die Planeten. Erwähnenswert sind hier die Begegnungen mit dem Saturn am 5.10., die Begegnung mit dem Jupiter am 8.10 sowie die Begegnung mit dem Mars am 15.10.

Vom 4.10. bis zum 19.10 ist der Merkur wieder am Morgenhimmel zu erspähen. Die beste Sichtbarkeit wird in den Tagen vom 10.10. bis zum 16.10. erreicht. Am 10.10. geht der Merkur kurz vor 6:00Uhr auf und wird noch bei einer Höhe von etwas mehr als 10° sichtbar sein. Bis zum 16.10. verspäten sich die Aufgänge nur um etwa 20min. Der Merkur geht im Osten kurz vor der Sonne auf.

Am Abendhimmel zeigen sich unsere großen Gasplaneten Jupiter uns Saturn und später auch unser Nachbarplanet Mars.

Der Abendhimmel am 15. Oktober 2022 um 22:30 Uhr mit Mond, Mars, Uranus, Jupiter und Saturn.

Meteorströme (Sternschnuppen)

In der Nacht vom 8. auf den 9.10 erreicht der Meteorstrom der Draconiden seinen Höhepunkt. Sein Radiant entspringt im Sternbild Drache am nordwestlichen Himmel. Die Fallrate des Stroms ist sehr unterschiedlich. Von einigen wenigen Sternschnuppen pro Stunde im niedrigen einstelligen Bereich bis zu 300 Sternschnuppen pro Stunde, wie zuletzt 2011, ist alles möglich. Überwiegend bleibt dieser Meteorstrom jedoch unscheinbar.

Ein weiterer Meterostrom hat am 21.10. sein Maximum. Es handelt sich um den Strom der Orioniden. Auch hier variiert die Fallrate, jedoch kann hier mit etwa 20 Meteoren pro Stunde gerechnete werden. Die Orioniden sind mit bis zu 65 km/s recht schnelle Objekte. Beim Ursprung des Stroms deutet alles auf den Halleyschen Kometen hin. Die beste Beobachtbarkeit ist von ca. Mitternacht bis ca. 5:00Uhr morgens. Der Radiant liegt etwas nordöstlich von Beteigeuze im Sternbild Orion.

Sonne

Das Highlight schlechthin im Oktober, bzw. im gesamten Jahr 2022 ist die von Deutschland aus sichtbare partielle Sonnenfinsternis am 25.10.

ACHTUNG!!! Schauen Sie niemals ohne geeigneten Augenschutz in die Sonne. Irreparable Augenschäden und Blindheit sind die Folgen!

Die Finsternis beginnt für den Standort Lübeck um 11:08Uhr und erreicht ihr Maximum um 12:10Uhr. Der Bedeckungsgrad beträgt dann 30,9%. Das Ende der Finsternis ist um 13:14Uhr erreicht.

Die Sternwarte Lübeck steht Ihnen an diesem Tag mit geeignetem Equipment zur Verfügung, damit Sie dieses astronomische Ereignis ohne Gefahr für Ihre Augen beobachten können.           

Ablauf der Finsternis (für den Standort Lübeck):

11:08 Uhr Beginn der Finsternis
11:30 Uhr
11:45 Uhr
12:00 Uhr
12:10 Uhr Maximum
12:30 Uhr
12:45 Uhr
13:00 Uhr
13:15 Uhr Ende der Finsternis

*Alle Bilder mit Stellarium erstellt

21.12. Große Konjunktion von Jupiter und Saturn

Auch wenn das Jahr 2020 uns allen viel abverlangt hat, so endet dieses Jahr doch mit einem astronomischen Höhepunkt:

Am Tag der Wintersonnenwende, dem 21.12.2020, werden unsere beiden großen Gasplaneten Jupiter und Saturn sich am Himmel so nahe kommen wie selten. Nur etwa 15 Bogenminuten werden die beiden noch trennen. Für das bloße Auge verschmelzen diese beiden hellen Planeten scheinbar zu einem einzigen hellen Punkt. Im Teleskop kann man beide Planeten gleichzeitig im selben Bildfeld beobachten.

Grafik erstellt mit der Open Source Software Stellarium.

Einen ausführlichen Artikel dazu finden Sie auf der Seite vom Heidelberger Haus der Astronomie, verfasst von Carolin Liefke, die schon als Jugendliche im ASL e.V. aktiv war.

Die Beobachtungsbedingungen sind von Norddeutschland aus leider relativ ungünstig. Als Zeitfenster bleibt nur die kurze Zeit zwischen Dämmerung ab ca 17 Uhr bevor die beiden Planeten gegen 18 Uhr am südwestlichen Horizont bereits wieder unter gehen. Die Wettervorhersage zeigt leider auch nur geringe Chancen auf Wolkenlücken. Somit müssen wir wohl auf Berichte und Bildmaterial aus anderen Gegenden der Welt warten, wo die Beobachtungsbedingungen besser sind.

Übrigens ist eine große Konjunktion von Jupiter und Saturn eine der möglichen Erklärungen für den Stern von Bethlehem.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen besinnliche Feiertage und alles Gute für das neue Jahr!

Merkur -Transit 2019

Ein Beobachtungsbericht

Der 11. November 2019 hat uns wieder ein seltenes astronomisches Ereignis geliefert:

Der innerste Planet, Merkur, zieht vor der Sonne vorbei. Er beschreibt eine Bahn in der Nähe des Sonnenäquators von Ost nach  West.  Merkur ist  so klein, dass er gerade mal einen Durchmesser von 11 Bogensekunden hat, bzw. 0,004 % der Sonnenscheibe bedeckt. Oder anders gesagt; der Merkur-Durchmesser passt 285 mal in den Sonnen-Durchmesser.

Dieses seltene Schauspiel wird erst wieder am 13. November 2032 zu beobachten sein.

Der erste Kontakt erfolgte um 13:35 MEZ. Der letzte Kontakt um 19:04 MEZ. Da die Sonne um diese Jahreszeit in unserer Breite schon recht tief steht, war der Sonnenuntergang in Lübeck bereits um 16:43 MEZ. Daraus folgt, dass bis zum Sonnenuntergang, der Merkur gerade mal bis zur Sonnenmitte gewandert ist.

Das norddeutsche Wetter machte es spannend…

Der 11. November 2019 begann mit Wolken. Den ganzen Vormittag sah es so aus, als wenn es nicht besser werden würde. Meine Beobachtungsplattform, in 15 Meter Höhe, war pünktlich zu diesem Ereignis fertig geworden. So habe ich mich entschlossen, trotz der Wolken, meinen Refraktor f=1000/ 102 aufzubauen. Zur Filterung des Sonnenlichtes benutze ich den Herschelkeil von Lacerta.  Eingebaut  mit den Filtern ND3 + SolarContinuum + UV/IR.

Um 13:00 MEZ war alles vorbereitet. Nur das Wetter spielte nicht mit; Wolken über Wolken. Das heißt: warten, warten, warten!   

Dann, um 13:13 MEZ; ich wurde unruhig. Die Wolkendecke fing langsam an aufzureißen. Das Warten wurde belohnt. Jetzt das Teleskop auf die Sonne ausrichten. Endlich, um 14:32 MEZ hatte ich die Sonne im Fokus und konnte eine erste visuelle Beobachtung durchführen. Ich war beeindruckt. Der Merkur war sofort klar und deutlich, ein kleines Stück vom Ost-Rand entfernt, zu erkennen.

Sofort umbauen auf Fotografie. Das Beobachtungsokular gegen die Canon EOS 50d tauschen, und los geht’s. 14:47 MEZ, das erste gute Foto der gesamten Sonnenscheibe, mit Merkur am Ost-Rand.

14:48 MEZ, ISO 100, 1/1600 s

Es folgten verschiedene Aufnahmeserien im Fokus, sowie mit Okularprojektion bei 99-facher Vergrößerung. Das letzte Bild konnte ich um 15:41 MEZ schießen.

15:23 MEZ, ISO 200, 1/800 s

Dann war der Spuk schlagartig vorbei. Es zog wieder eine dichte Wolkenschicht über die Sonne und ließ bis zum Sonnenuntergang keine weitere Beobachtung zu. Jedoch bin ich mit einer Ausbeute von 130 Fotos, in dieser kurzen Zeit, zufrieden. Jetzt kann ich ganz beruhigt auf den nächsten Merkur-Transit 2032 warten.    

15:31 MEZ, ISO 320, 1/250 s